Klingendes Archiv: Vergessene Musik neu entdecken
Wie klingt Geschichte? Und was geschieht, wenn historische Noten wieder zum Leben erweckt werden? Mit dem Projekt „Klingendes Archiv“ macht das Forschungszentrum Musik und Gender (fmg) verborgene musikalische Schätze aus seinem Archiv hörbar – und bringt vergessene Werke zurück in die Gegenwart.
Unter der Leitung von Jun.-Prof. Dr. Maria Behrendt ist das „Klingende Archiv“ Teil des HMTMH-Vorhabens „Die wohltemperierte Hochschule“ und wird bis September 2030 aus Mitteln des Programms „zukunft.niedersachsen“ des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur und der VolkswagenStiftung gefördert.
Von der historischen Quelle zum klingenden Erlebnis
Im Zentrum steht die Frage, was es bedeutet, eine historische Quelle zum Klingen zu bringen. Dafür verbindet das Projekt musikwissenschaftliche Forschung, editorische Arbeit und künstlerische Praxis. Ausgangspunkt sind Musikdrucke und -handschriften aus dem Archiv des fmg – Zeugnisse musikalischer Geschichte, deren Klänge heute oft nicht mehr zu hören sind. In künstlerisch-wissenschaftlichen Teams arbeiten Wissenschaftler*innen und Musiker*innen gemeinsam an jeweils einer Quelle. Sie erschließen die Werke, setzen sich mit ihrer Geschichte auseinander und bringen sie musikalisch zum Leben. Das Ergebnis: professionelle Ersteinspielungen und wissenschaftliche Essays, die Forschung und Musikpraxis miteinander verbinden.
Begleitet werden die Teams in allen Arbeitsphasen: durch betreuten Zugang zum Archiv des fmg, den Austausch mit anderen Teams und Workshops mit eingeladenen Expert*innen. Die Aufnahmen, Essays und Netzwerke, die aus jeder Zusammenarbeit hervorgehen, schaffen die Grundlage dafür, dass diese Musik auch künftig aufgeführt, erforscht und gehört wird.
Offen für Forschung, Lehre und Musikpraxis weltweit
Die Ergebnisse sollen nicht nur den Beteiligten zugutekommen, sondern dauerhaft öffentlich zugänglich bleiben. Deshalb entsteht in Kooperation mit der Zentralbibliothek der HMTMH eine nachhaltig angelegte Online-Datenbank. Sie bietet künftigen Forschenden, Lehrenden und Interpret*innen Zugang zu Digitalisaten der historischen Quellen mit wissenschaftlichen Texten, ediertem Notenmaterial sowie Audio- und Videobeispielen. Ausgewählte Werke werden zudem in Zusammenarbeit mit dem Musikverlag Breitkopf & Härtel in einer Edition veröffentlicht. So eröffnet das „Klingende Archiv“ diesen Werken neue Möglichkeiten, einen dauerhaften Platz in Lehre und Konzertleben weltweit zu finden.
Mitmachen und Musikgeschichte weiterschreiben
Koordiniert wird das Projekt von Dr. Meredith Nicoll in enger Zusammenarbeit mit dem Bibliotheks-, Archiv- und Forschungsteam des fmg. Ein Call for Contributions ist für Ende 2026 geplant. Wer Interesse daran hat, historische Quellen gemeinsam mit anderen Forschenden und Musiker*innen neu zu entdecken und zum Klingen zu bringen, kann sich schon jetzt an Dr. Meredith Nicoll wenden. Bewerbungen sind einzeln oder als Tandem möglich.
English version
(Re)Sounding Archive
(.pdf, 44 KB)
Ansprechpartnerin
Dr. Meredith Nicoll
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Telefon: +49 (0)511 3100-7335
E-Mail: Dr. Meredith Nicoll
Seelhorststr. 3, Raum 3.031
Zuletzt bearbeitet: 29.10.2026
Zum Seitenanfang![Ausschnitt aus Rosa Morandis "Offertorio für Orgel in D-Dur", [um 1815]. Signatur: Rara/FMG Musikhandschriften.57 © Archiv fmg](fileadmin/_processed_/csm_Morelli-Offertorio_027ii_c7c7aa2c2b.jpg)