Orte der Musik

Konzertsaal, Wohnzimmer, Caféhaus – jeder Raum weckt in uns bestimmte Erwartungen an das musikalische Geschehen, das dort stattfindet. Räume und die damit verbundenen gesellschaftlichen und kulturellen Muster prägen unseren Umgang mit Musik jeden Tag. Was passiert, wenn wir unsere wissenschaftliche Perspektive verschieben: weg vom Werk und dem romantischen Genie-Bild, hin zum kulturellen Handeln und den Orten, an denen dieses stattfand? Frauen geraten in unser Blickfeld, nicht nur am Rande, sondern im Zentrum musikbezogener Aktivitäten – als Druckerinnen, Mäzeninnen, Interpretinnen, Sammlerinnen, Lehrerinnen… . Ihr Handeln sichtbar zu machen ist Aufgabe musikwissenschaftlicher Forschung, ein Ort dieser Forschung ist das fmg.

Auf dem Gebiet „Orte der Musik/Kulturelles Handeln“ arbeitete eine Graduierten-Arbeitsgruppe unter der Leitung von Susanne Rode-Breymann, die sich schon vor der Gründung des Forschungszentrums im Herbst 2005 konstituiert hatte. An verschiedenen Fallbeispielen wurde der Einfluss von Orten und Räumen auf kulturelles und damit auch musikbezogenes Handeln untersucht. Dabei entstanden vier Dissertationen:

  • Carolin Stahrenberg: Hot Spots von Café bis Kabarett. Grundrisse und Ansichten musikalischer Handlungsräume im Berlin der Weimarer Republik, Münster: Waxmann 2012 (Populäre Kultur und Musik 4)
  • Anna Langenbruch: Topographien musikalischen Handelns. Eine histoire croisée des Exils deutschsprachiger Musikerinnen und Musiker in Paris, Hildesheim: Olms 2014
  • Katharina Talkner: Singen und Sammeln. Liedpraktiken in den Lüneburger Klöstern der Frühen Neuzeit, Hannover: Hahn 2012 (Quellen und Darstellungen zur Geschichte Niedersachsens 134)
  • Jan Bäumer: The Sound of a City? New York und Bebop (1941–-1949), Münster: Waxmann 2014 (Populäre Kultur und Musik 10)

Zudem widmeten sich Forscherinnen und Forscher aus verschiedenen Fachdisziplinen den Orten kulturellen Handelns von Frauen in der Frühen Neuzeit. Ihre Beiträge zu den drei Symposien zu Stadt, Kloster und Hof wurden 2007, 2009 und 2013 in der Reihe Musik - Kultur - Gender publiziert (siehe Publikationen).
In der zweiten Förderperiode wird die Forschung auf diesem Gebiet fortgesetzt, auf das 19. und 20. Jahrhundert ausgedehnt und um Orte wie das Haus oder die Hochschule erweitert.

 

Zuletzt bearbeitet: 04.01.2017

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