Die Ehe als künstlerischer Raum. Die Komponistin Fanny Hensel geb. Mendelssohn Bartholdy und der Porträtzeichner Wilhelm Hensel

Ausstellung im Foyer des Forschungszentrums

Die Ehepartner Wilhelm und Fanny Hensel (geb. Mendelssohn Bartholdy) schufen sich in ihrer Ehe einen Raum, in dem beide schöpferisch tätig sein konnten und sich gegenseitig inspirierten. Wilhelm malte, während Fanny Klavier spielte oder komponierte.

Der Porträtkünstler Wilhelm Hensel kam aus einfachen Verhältnissen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten konnte er mit seinen Bildern die Herzen der kunstaffinen Familie Mendelssohn Bartholdy erreichen. Durch Fanny und ihre Familie kam er in Kontakt mit einem weiten Freundeskreis, der viele berühmte Zeitgenossinnen und Zeitgenossen Berlins zählte. Viele von ihnen porträtierte er im Laufe seines Schaffens.  

Fanny komponierte und organisierte Sonntagsmusiken – regelmäßige halb-öffentliche Konzerte im hauseigenen Gartensaal – und hatte stets die volle Unterstützung ihres Mannes. So wünschte er sich auch, dass sie ihre Musik veröffentlichen würde. Es war eine ungewöhnliche Geste im 19. Jahrhundert. Jedoch wollte sie dies nicht ohne die Zustimmung ihres Bruders Felix Mendelssohn Bartholdy tun. Diese blieb aus und so veröffentliche sie erst am Ende ihres Lebens, nachdem Verlage auf sie herangetreten waren. Nach dem frühen Tod seiner Frau veranlasste Wilhelm, dass einige Werke postum beim Musikverlag Breitkopf und Härtel veröffentlicht wurden.

Nach Fannys Tod malte Wilhelm kein einziges großes Werk mehr und das letzte Auftragswerk, ein großes Historienbild für das Braunschweiger Schloss, blieb unvollendet. Er zeichnete fortan nur noch Porträts.   

Ausgestellt sind frühe Notendrucke, ein Brief Fanny Hensels und Faksimile von Werken Fanny und Wilhelm Hensels.

Konzeption: Juana Zimmermann

 
Quelle: Archiv fmg

Zuletzt bearbeitet: 04.01.2017

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