Carlotta Patti

Carlotta Patti wurde 1835 in Florenz geboren und war eine italienische Sängerin des 19. Jahrhunderts. Sie begann ihre musikalische Laufbahn mit dem Klavierspiel, bevor sie zum Gesang wechselte. Ihr Debüt als Sängerin gab sie 1861 in New York, worauf eine Tournee in Nordamerika folgte. Am 16. April 1863 debütierte sie in England, gefolgt von mehreren Tourneen in Europa. Wieder zurück in Amerika, sang sie 1869 dort die Königin der Nacht aus Mozarts »Zauberflöte«, für die sie viel Anerkennung bekam. 1871 gab Carlotta Patti Benefizkonzerte in Valparaiso (Chile) in Gedenken an die französischen Opfer des Deutsch-Französischen Kriegs. Am 3. September 1879 heiratete sie den belgischen Cellisten Ernest de Munck, weshalb sie im Anschluss wie für Frauen in dieser Zeit üblich, ihren Beruf als Sängerin aufgab und nur noch als Gesangslehrerin wirkte. Carlotta Patti starb am 27. Juni 1889 in Paris an ihrem Krebsleiden.

Durch einen Unfall in der Kindheit, hatte Carlotta Patti eine Gehbehinderung und mied die Opernbühne. Sie trat daher fast ausschließlich als Konzertsängerin auf. Ihre Geschwister Adelina, Amelia und Carlo Patti waren auch musikalisch tätig, die Schwestern als Sängerinnen und der Bruder als Violinist und Dirigent. Adelina Patti ist die bis heute berühmteste Tochter der Familie Patti.

Carlotta Pattis Gesangsstil fand in vielen Zeitungen und Rezensionen der damaligen Zeit großen Zuspruch:

»[…] dass die Patti ein Unicum der Kunstwelt sei, und dass die jetzt lebende Generation eine so reine und verhältnismässig volle Intonation der höchsten Sopranlage noch nicht gehört habe.«
Unbekannt, zwischen 1867 und 1900
 
»Carlotta Patti, Schwester der Adelina, ist in diesem Jahre der leuchtendste Stern. […] Ihre Stimme ist aber auch eine noch nie da gewesene. Mit grösster Leichtigkeit singt sie das hohe dreigestrichene a, und zwar alle die hohen Töne mit bezaubernd schöner und voller Klangfarbe.«
Niederrheinische Musik-Zeitung für Kunstfreunde und Künstler, 1863
 
»Die Reinheit des Gesanges, das Brillante der Coloratur, die Art und Weise, die Scala zu durchlaufen, und die ausserordentliche Fertigkeit stempeln sie zu einem musicalischen Wunder.«
Niederrheinische Musik-Zeitung für Kunstfreunde und Künstler, 1863

Weltkarte mit Auswahl von Konzertorten von Carlotta Patti. Verändert nach freevectormaps.com

Auf der Weltkarte zeigen die grünen Punkte eine Auswahl der Konzertorte von Carlotta Patti. Neben dem oben genannten Auftritt in Valparaiso (Chile), sind hier u.a. auch Melbourne (Australien) und St. Petersburg (Russland) zu finden.

Exponat: Konzertprogramm »Carlotta Patti‘s Concert«

Konzertprogramm »Carlotta Patti‘s Concert« Programm mit Zeitungskritiken, Leipzig, 18.12. [ca. 1864]. Signatur: Rara/FMG Patti,C.1 © Archiv fmg


Ein allgemeines Programm für mehrere Tage mit ausführlicher biographischer Notiz der »Indépendance Belge« und Zeitungskritiken der »Kölnischen Zeitung«, dem »Frankfurter Journal«, sowie der »Times«, »Post« und »Hofzeitung« London. Interessant an diesem Programm ist, dass der Name Carlotta Patti sehr groß und präsent in dem Programm ist, sie selbst jedoch nur bei drei von acht Stücken mitsingt.

Literatur

Niederrheinische Musik-Zeitung für Kunstfreunde und Künstler (1863), hrsg. von L. Bischoff, Nr. 20 & Nr. 39.

Robin Humphrey Legge (1895) »Carlotta Patti« Dictionary of National Biography, Volume 44, S. 56.

Unbekannt, »Carlotta Patti«, um 1867–1900, Inventarnummer W 5136, Sammlung Wien Museum, sammlung.wienmuseum.at/objekt/472887-carlotta-patti/, abgerufen am 25.01.2021.

 
Carlotta Patti. Armstrong and Co.: Boston o. D. Signatur: Rara/FMG Patti,C.2 © Archiv fmg

Zuletzt bearbeitet: 09.02.2021

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