Summer School vom 19.–22. September 2018 zum Thema „Musik – Gender – Netzwerke“ am Forschungszentrum Musik und Gender

Hintergrund

Seit Gründung des Forschungszentrums Musik und Gender im Jahr 2006 sammelt das Zentrum historisches Quellenmaterial, welches das musikkulturelle Handeln von Frauen aus dem späten 18. Jahrhundert bis zum 21. Jahrhundert dokumentiert. Dieser einzigartige Bestand umfasst derzeit 5.700 Medieneinheiten, darunter wertvolle Buch- und Notenausgaben sowie wortsprachliche Quellen in verschiedenen Sprachen wie handschriftliche Briefe, Postkarten, Konzertprogramme, Zeitungsartikel, Albumblätter sowie ikonographische Quellen von und über Komponistinnen, Musikerinnen und Musikmäzeninnen.

Die aus den Sozialwissenschaften kommende Netzwerkforschung hat mittlerweile auch in die historische Musikwissenschaft Einzug gehalten. Untersucht werden kulturelle wie kreative Verflechtungen und Wechselwirkungen, indem beispielsweise Netzwerkstrukturen und Spannungsverhältnisse zwischen verschiedenen Akteurinnen und Akteuren sowie der kulturelle Austausch analysiert werden. Die historische Netzwerkanalyse betrachtet Akteurinnen und Akteure nicht isoliert, sondern bettet diese, so die Geschichtswissenschaftler Morten Reitmayer und Christian Marx, „in die sozialen, wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Kontexte“ ein, „die sie auf der einen Seite aktiv mitgestalten und die ihnen auf der anderen Seite den Rahmen für ihren Handlungsspielraum und ihre Entscheidungen vorgeben“. Netzwerkforschung öffnet damit nicht nur den Blick auf die ‚Gesamtheit‘ der sozialen Beziehungen, sondern reflektiert auch die Kontextgebundenheit des sozialen bzw. kulturellen Handelns. Anhand des umfangreichen Quellenmaterials im Forschungszentrum Musik und Gender soll diesen sozialen Beziehungen unter besonderer Berücksichtigung der Kategorie ‚Gender‘ nachgegangen werden: Von Fragen nach den Adressatinnen und Adressaten und genannten Personen über die geographische Verortung bis hin zu impliziten Hinweisen (wer oder was wird nicht bzw. nur verschlüsselt genannt etc.) lassen sich besonders in Briefen, aber auch in anderen Selbstzeugnissen wie Autobiographien oder in seriellen Quellen, Beziehungsgeflechte und Netzwerkstrukturen herausarbeiten. Wie generieren Akteurinnen und Akteure der Musikkultur durch ihr musikbezogenes Handeln Netzwerke? Wie wirken die Netzwerke zurück auf das kulturelle Handeln der Akteurinnen und Akteure? Da Netzwerke einem historischen Wandel unterliegen
und ihre Dauer und Intensität variiert, stellt sich auch die Frage nach der Art und Weise der Veränderung der Netzwerke über die Zeit. Lässt sich im Laufe der Jahrhunderte auch ein Wandel in Bezug auf die Trias ‚Musik – Gender – Netzwerke‘ erkennen?

Programmbeschreibung / Ziele

Die Summer School bietet die Möglichkeit, im Credit-Umfang eines 2 SWS umfassenden Seminars intensive Erfahrungen in der Arbeit mit musikbezogenen Originalquellen des 19. und 20. Jahrhunderts zu sammeln. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten Einblicke in die Arbeit eines Archivs sowie in aktuelle, datenbankbezogene Recherchemethoden. Nach einer grundlegenden Einführung zu Fragen der Netzwerk- und Gender-Forschung sowie zur Arbeit mit historischen Originalquellen entwickeln sie eigenständig Forschungsfragen zu Netzwerken von musikkulturell Handelnden und bearbeiten diese anhand der Quellen des Forschungszentrums Musik und Gender. Am letzten Tag werden die erarbeiteten Forschungsprojekte präsentiert. Die Summer School wird von Prof. Dr. Susanne Rode-Breymann, Dr. Nicole K. Strohmann und Maren Bagge geleitet und in Kooperation mit dem am Forschungszentrum angesiedelten Projekt Erschließen, Forschen, Vermitteln: Identität und Netzwerke / Mobilität und Kulturtransfer im musikbezogenen Handeln von Frauen zwischen 1800 und 2000 durchgeführt.

Zielgruppe

Die Ausschreibung richtet sich an Studierende musikbezogener Master-Studiengänge und Doktorandinnen und Doktoranden im Fach Musikwissenschaft sowohl der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover als auch anderer Universitäten und Hochschulen. Bewerberinnen und Bewerber sollten über Deutschkenntnisse verfügen. Französisch ist aufgrund der Quellenlage im Forschungszentrum Musik und Gender von Vorteil.

Organisation und Bewerbungsmodalitäten

Die Summer School findet am Forschungszentrum Musik und Gender der Hochschule Musik, Theater und Medien Hannover statt. Es wird keine Teilnahmegebühr erhoben. Teilnehmerinnen und Teilnehmer, sofern sie nicht Studierende der Hochschule für Musik, Theater und Medien sind, bekommen ihre Reisekosten erstattet und zudem eine Übernachtungspauschale in Höhe von 250 Euro. Interessierte sind aufgefordert, ihre Bewerbung mit den üblichen Unterlagen sowie einem aussagekräftigen Motivationsschreiben (1–2 Seiten) in elektronischer Form (PDF) an Prof. Dr. Susanne Rode-Breymann (E-Mail) zu senden.

Termin: 19. September 2018, 13.00 Uhr bis 22. September 2018, 13.00 Uhr
Ort: Forschungszentrum Musik und Gender an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover, Seelhorststr. 3, 30175 Hannover
Dozentinnen: Prof. Dr. Susanne Rode-Breymann, Dr. Nicole K. Strohmann, Maren Bagge
Plätze: Max. 10 Teilnehmerinnen und Teilnehmer
Bewerbungsfrist: 30. Juni 2018
Benachrichtigung über Annahme: Ende Juli 2018 informieren wir alle Bewerberinnen und Bewerber
über den Ausgang ihrer Bewerbung.
Credit Points: 5 ECTS (inkludiert Teilnahme an der Summer School und Projektpräsentation)

 

Ansprechpartnerin für Ihre Bewerbung

Dr. Nicole K. Strohmann
Forschungszentrum Musik und Gender
Emmichplatz 1
30175 Hannover
Tel.: + 49 (0) 511 3100-7333
E-Mail: Nicole K. Strohmann

Zuletzt bearbeitet: 13.02.2018

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