Julia Maria Müller

Zur Psychologie der Moderne in Richard Strauss‘ Tondichtungen

Der Komponist Richard Strauss ist zweifellos Mitbegründer und einer der wichtigsten Vertreter der musikalischen Moderne, deren Beginn mit Bezug auf Strauss’ Tondichtung Don Juan sowie Gustav Mahlers 1. Symphonie auf das Jahr 1889 datiert wird. Mit seinen Tondichtungen begann Strauss ab 1889, sich in seiner Musik mit der Darstellung von Tiefenstrukturen der menschlichen Psyche, – den Trieben, dem Unterbewussten, den Determinanten des menschlichen Handelns jenseits des Verstandes – zu beschäftigen. Er wählte poetische Sujets als Programm, die jeweils eine einzelne Person, einen einzelnen Helden zum Thema haben: Don Juan, Till Eulenspiegel, Don Quixote, Zarathustra, sowie in Heldenleben den Komponisten Strauss selbst. Aus dem psychischen Konfliktpotenzial dieser Helden und vor der Schablone ihrer populären Geschichten entwickelte Strauss vielschichtige musikalische Ebenen, die den Blick ins Innerste, die Darstellung komplexer Persönlichkeit und psychischer Konflikte ermöglichen. Mit dieser immer tiefer zielenden Psychologisierung der Musik begeht Strauss einen Weg der Wendung nach innen, – ein um 1900 die verschiedensten Wissenschaften und Künste übergreifendes und sie konstituierendes Thema. Dass Richard Strauss diesen Weg ging – und zwar bereits mit seinen Tondichtungen und daher früher als bisher vermutet – ihn somit auch mitentwickelte und zum Kernthema seiner Werke machte, soll in dieser Arbeit herausgestellt werden.

Vita

2011 Master Medien und Musik an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover am Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung

seit 2010 Festivalmanagerin beim internationalen Klassikfestival „Musikalischer Sommer in Ostfriesland“

2008 Fächerübergreifender Bachelor (Musik, Englisch) an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover und der Leibniz Universität Hannover

 

Zuletzt bearbeitet: 05.01.2017

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