Unterhaltungsmusik von Komponistinnen im England des 19. Jahrhunderts. Akteure und Netzwerke, Bedingungen und Kontexte

Promotionsprojekt von Maren Bagge

Das Dissertationsprojekt thematisiert als Beitrag zur musikgeschichtlichen Genderforschung Akteurinnen der europäischen Musikkultur, die durch eine lang praktizierte, begradigte Musikgeschichtsschreibung eine mehrfache Marginalisierung erfuhren: Englische Komponistinnen des 19. Jahrhunderts, die vorrangig Musik aus dem Bereich der sogenannten Unterhaltungsmusik komponierten. Ausgangspunkt für die Überlegungen war eine Sammlung englischer Notendrucke  am Forschungszentrum Musik und Gender Hannover, die fast 900 Notendrucke von knapp 250 Komponistinnen enthält. Der umfangreiche Quellenbestand gibt Anhaltspunkte dafür, dass Frauen im England des 19. Jahrhunderts kompositorisch überaus erfolgreich tätig waren und das kulturelle Musikleben aktiv mitgestalteten. Zudem muss ein weites musikkulturelles Netzwerk vorgelegen haben, das den Frauen ermöglichte, ihre Kompositionen in großem Umfang zu publizieren. Ziel des Projektes ist es, die englische Musikkultur in diesem Zeitraum im Hinblick auf die Teilhabe dieser Komponistinnen zu analysieren. Dabei stehen die kulturellen Netzwerke, die die Teilhabe des Einzelnen an der Musikkultur erst ermöglichen und bedingen, im Zentrum des Erkenntnisinteresses.

 
Materialien aus der Sammlung englischer Notendrucke am Forschungszentrum Musik und Gender

Zuletzt bearbeitet: 04.01.2017

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