Lehrveranstaltungen

Das fmg bietet im Wintersemester 2026/2027 Lehrveranstaltungen zum Themenfeld "Musik und Gender" an, die sich an verschiedene Zielgruppen richten. Anmeldungen sind über das lms möglich. Weitere Informationen finden Sie auch im Vorlesungsverzeichnis.

Wintersemester 2026/2027

Jun.-Prof. Dr. Maria Behrendt und Felisa Mesuere
Musiker*innen im Film: Der Biopic als (Musik)Geschichtsmedium
Seminar (Präsenz) 
dienstags, 14-tägl., 14:15-17:45 Uhr
20.10.2026 bis 26.01.2027
Schiffgraben 48, SG 14 (Seminarraum)

Amadeus (1984), Like A Complete Unknown (2024), Michael (2026): Biopics über Musiker*innen prägen die öffentliche Wahrnehmung ihrer Protagonist*innen maßgeblich und sind prominente Beispiele multimedialer populärer Geschichtsvermittlung.
In diesem Seminar nähern wir uns der Thematik ‘Musiker*innen im Film’ aus zwei Richtungen - einer biographietheoretischen und einer filmmusikanalytischen. Dem zugrunde liegt ein Verständnis vom Musikerfilm als historiographisches und zugleich musikalisches Genre. Übergeordnet begleitet uns die Frage, wie Musikerbiographien und Musikgeschichtsbilder im Film auf auditiver, visueller und sprachlicher Ebene konstruiert und mit einander verschränkt werden. Ein besonderes Augenmerk soll demnach auf den intermedialen Konstruktionsmöglichkeiten von Musikerbiographien im Film liegen. Neben der theoretischen und methodischen Einbettung des Gegenstandes soll im Zentrum des Seminars die Analyse konkreter Filmbeispiele stehen mit unterschiedlichen Schwerpunkten, etwa Farinelli (1994) und Maria (2024) für die filmmusikalische Verhandlung von Stimme, oder Mahler (1974), Frühlingssinfonie (1983) und Geliebte Clara (2008) für die Darstellung von Musikerpaaren.


Jun.-Prof. Dr. Maria Behrendt
Doktorandenkolloquium Historische Musikwissenschaft
Kolloquium (Präsenz) 
dienstags, 18:15-19:45 Uhr
06.10.2026 bis 26.01.2027
Seelhorststraße 3, Sophiensalon Forschungszentrum Musik und Gender, 3. OG

Das Kolloquium dient der Vorstellung (Werkstattberichte) von Master-, Promotions- und weiterführenden wissenschaftlichen Arbeiten sowie methodischen und angewandten forschungsorientierten Vertiefungen.


Jun.-Prof. Dr. Maria Behrendt

Musik und Mutterschaft
Seminar (Präsenz) 
mittwochs, 14:15-15:45 Uhr
Blocktermin Mittwoch, 13.01.2027, 12-16 Uhr 
14.10.2026 bis 27.01.2027
Seelhorststraße 3, Raum 2.015

Musik und Mutterschaft sind auf vielfältige Weise miteinander verknüpft: Bereits ab etwa der 24. Schwangerschaftswoche kann ein ungeborenes Kind die Stimme der Mutter hören. Viele Mütter* singen ihrem ungeborenen Kind vor oder spielen ihm Musik vor. Auch ganze musikalische Gattungen, etwa das Wiegenlied, sind eng mit Mutterschaft verbunden. Darüber hinaus thematisieren zahlreiche (Kunst-)Lieder sowie musiktheatrale Werke Mutter- und Elternschaft.
Mutterschaft findet in der Musik jedoch nicht nur künstlerischen Ausdruck, sondern prägt auch die praktischen Bedingungen, unter denen Mütter musizieren und komponieren. Dies zeigt sich beispielsweise in den Briefen von Komponistinnen wie Clara Schumann und Josephine Lang. Auch setzen sich Initiativen wie der Bühnenmütter e.V. für eine bessere Vereinbarkeit von künstlerischer Tätigkeit und Mutterschaft ein.
Im Seminar werden wir diese vielfältigen Verbindungen zwischen Musik und Mutterschaft aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten. Neben musikalischen Werken stehen dabei auch historische Quellen, autobiografische Zeugnisse sowie aktuelle Debatten zu Geschlechterrollen, Care-Arbeit und den Arbeitsbedingungen im Musikbetrieb im Mittelpunkt.
Ein besonderer Programmpunkt ist ein vierstündiger Workshop mit Melanie Ptatscheck zum Thema „Mutterschaft und Mental Load im Popmusikbusiness“, der am 13.1. als Sondertermin stattfindet.


Leonie F. Koch

Warum schon wieder Beethoven? Kanonkritik und Repertoirebildung. Seminar in Kooperation mit musica inaudita
Seminar (Präsenz) 
dienstags, 14-täglich, 14:15 bis 17:45 Uhr
Blocktermin Freitag, 06.11.2027, 14-18 Uhr
27.10.2026 bis 19.01.2027
Schiffgraben 48, SG 14 (Seminarraum)

Die Welt der “westlichen Kunstmusik” ist seit Jahrhunderten stark von musikalischen Kanons geprägt: Eine Auswahl von „anerkannten“ Werken und Komponist:innen dominiert Konzertsäle, Lehrpläne und unsere Hörgewohnheiten. Der Donne Report 2022 zeigt, dass nur 7,7% der Werke des globalen Konzertprogramms von Frauen komponiert wurden, davon waren 5,5% weiße Frauen. Doch wie sind diese Kanons eigentlich entstanden? Wie wurde festgelegt, was dazugehört – und was außen vor bleibt? Um diese Themenbereiche geht es im Seminar zur Kanonkritik sowie dem damit verbundenen Workshop der Initiative musica inaudia.
Musica inaudita ist eine studentisch organisierte Initiative an der UdK Berlin, die sich mit der Diversifizierung der „klassischen" Musikszene beschäftigt. Es soll Musik von Künstler:innen, die auf Grund ihres Geschlechts, ihrer Religion, ihrer sozialen oder nationalen Herkunft, Hautfarbe, sexuellen Identität, Sprache, Behinderung oder politischer Anschauung von der Geschichtsschreibung übergangen wurden, auf die Bühne gebracht und in Lehre wie Repertoire verankert werden.
Im Rahmen des Workshops wird kritisch hinterfraget, welche Mechanismen, Traditionen und Machtstrukturen diese Kanons geprägt haben. Dabei werden musikwissenschaftliche Texte kontextualisiert und Recherchetools an die Hand gegeben, um das eigene Repertoire zu erweitern. Das Seminar "Warum schon wieder Beethoven? - Kanonkritik und Repertoirebildung" ermöglicht es, die Erkenntnisse des Workshops detailliert zu reflektieren und sich vertiefend und kritisch in die Herausforderungen der Kanonbildung einzuarbeiten. Zudem ermöglicht das Seminar eine Anknüpfung der Themeninhalte an den Aktionstag gegen Machtmissbrauch an Musikhochschulen 2026 und stärkt dadurch die aktive Teilhabe von Studierenden an der Gestaltung von Hochschulstrukturen.
Workshop und Seminar richten sich an alle, die Lust haben, Musikgeschichte und -gegenwart sowie den Musikbetrieb der “westlichen Kunstmusik” zu hinterfragen und eigene Perspektiven auf Vielfalt, Qualität und Bedeutung in der Musik zu entwickeln


Dr. Viola Herbst
Briefe in der Musikgeschichte
donnerstags, 12:15 bis 13:45 Uhr
22.10.2026 bis 28.01.2027 
Seelhorststraße 3, Raum 1.031

Briefe zählen zu den spannendsten Quellen in der Musikgeschichtsschreibung. Nicht selten ist das Lesen eines historischen Briefes durch seinen spezifischen Tonfall wie eine Reise in eine andere Zeit, an einen anderen Ort und mitten hinein in einen Dialog zwischen zwei Menschen. Durch eine quellenkritische Beschäftigung mit Briefen lassen sich Netzwerke und Beziehungsstrukturen offenlegen und musikkulturelles Handeln aus verschiedenen Perspektiven sichtbar machen. 
Im Seminar untersuchen wir Editionen von Musikerbriefen aus verschiedenen Zeiten. Wie hat sich der Blick auf Briefe von musikkulturell handelnden Personen im Laufe der Zeit verändert? Wessen Briefe wurden überhaupt aufgehoben und wie wurden und werden sie zugänglich gemacht? Wir nehmen aber auch selbst Briefe in die Hand, versuchen sie zu entschlüsseln und zu kontextualisieren.

 

Zuletzt bearbeitet: 06.10.2026

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