Lehrveranstaltungen

Das fmg bietet auch im Wintersemester 2019/2020 wieder eine Vielzahl an Lehrveranstaltungen zum Themenfeld "Musik und Gender" an, die sich an verschiedene Zielgruppen richten. Anmeldungen sind über das lms möglich. Weitere Informationen finden Sie auch im Vorlesungsverzeichnis.

Maren Bagge: Musikerjubiläen. Kulturelle Praxis zwischen kollektiver Erinnerung und ökonomischen Interessen
Seelhorststraße 3, Raum 2.015 (Kurth) 
donnerstags, 14:15 bis 15:45 Uhr

Exkursion nach Bonn am 10.01.2020

Das Wintersemester 2019/2020 streift gleich zwei musikkulturelle Großereignisse: Unter den Titeln Clara19 und BTHVN2020 richten die Geburtsstädte Leipzig und Bonn vielfältige Veranstaltungen zu den beiden Musikerpersönlichkeiten aus. Aber warum werden Musikerjubiläen gefeiert? Was und wie wird gefeiert? Die Tradition, anlässlich von Geburts- oder Todestagen von Komponisten Gedenkjahre abzuhalten, reicht bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück. Grundlegende Funktionen derartiger Erinnerungsjahre liegen, so die Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann, in der Reflexion über die kulturelle Identität sowie in einer wiederkehrenden aktiven Auseinandersetzung mit der Vergangenheit. Inwiefern die in den letzten Jahren immer ausgeprägtere massenmediale Seite der Jubiläumskultur diesen Anforderungen gerecht werden kann, wollen wir unter anderem im Seminar thematisieren. Anhand konkreter Beispiele aktueller und vergangener zelebrierter Musikerjubiläen werden wir diese und andere Fragen diskutieren und über die Hintergründe musikalischer Erinnerungskultur reflektieren. Eine Tagesexkursion nach Bonn ist für Januar 2020 geplant. Genauere Informationen zum Ablauf sowie Literatur entnehmen Sie bitte den Ankündigungen im lms.

Dr. Nicole K. Strohmann: Musikwissenschaft digital
Seelhorststraße 3, Raum 2.015 (Kurth) 
donnerstags 12:15-13:45 Uhr

Dr. Nicole K. Strohmann: Stimme, Körper, Inszenierung: Sänger*innen-Starkult damals und heute (1620–2020)
Seelhorststraße 3, Raum 2.020 (Kestenberg) 
dienstags 11:15-12:45 Uhr

Prof. Dr. Gesa zur Nieden: Wagner-Rezeption nach 1945
Seelhorststraße 3, Raum 2.020 (Kestenberg) 
dienstags, 14-18 Uhr, 14-täglich

Das Seminar widmet sich den vielfältigen Formen der Wagner-Rezeption von der Nachkriegszeit bis heute. Dabei sollen sowohl der Umgang mit Richard Wagner und seinem Werk nach dem Ende des Nationalsozialismus als auch die unterschiedlichen medialen Rezeptionsformen im Mittelpunkt stehen, mittels derer die Person und das Werk Wagners heute weiterverbreitet und neu interpretiert werden. Besonders maßgeblich für die Wagner-Rezeption sind die drei Bereiche der künstlerischen Auseinandersetzungen, der Wagner-Vermittlung und der wissenschaftlichen Reflexionen: In Bezug auf die künstlerischen Auseinandersetzungen liegt parallel zur Wagner-bezogenen Interpretations- und Inszenierungsgeschichte, die durch Wieland Wagners Neu-Bayreuth und den sogenannten Jahrhundert-Ring von Patrice Chéreau und Pierre Boulez geprägt wurden, eine facettenreiche künstlerische Rezeption vor, die von Hans Werner Henze und Jonathan Harvey bis zu Manowar und Meatloaf reicht. Auch aus filmischen (z.B. Francis Ford Coppola) und literarischen Darstellungen (z.B. Elfriede Jelinek) ist Wagner nicht mehr wegzudenken. Die Wagner-Vermittlung beginnt nach 1945 zwar zögerlich, weist aber zahlreiche Kontinuitäten zur Vorkriegszeit auf und schlägt sich wie an der Wagner-Biographik zu beobachten ist, nicht zuletzt in neuen, zur Selbstreflexion anregenden Präsentationsformen nieder. Im wissenschaftlichen Diskurs stehen Diskussionen um die antisemitische Ausrichtung Wagners im Vordergrund; gleichzeitig geht es hier aber auch um Wagners mediale und ästhetische Errungenschaften für die musikalische Moderne. Eine Zusammenschau der drei Bereiche ermöglicht nicht nur einen Blick auf die Verschränkungen von Kunst, Wissenschaft und Musikvermittlung seit der Nachkriegszeit, sondern ebenfalls eine Annäherung an die zwar nicht unumwunden positive, aber dennoch umfassende Wirkung Richard Wagners und seines Werks bis heute.

Prof. Dr. Gesa zur Nieden: "Pasticcio und Pastiche" Kolloquium für Doktorandinnen und Doktoranden der historischen Musikwissenschaft
Seelhorststraße 3, FMG im 3. OG
dienstags, 18-20 Uhr, 14-täglich

 

Zuletzt bearbeitet: 08.10.2019

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